Aus dem Zwischen kommt die Kraft: Warum die wahre Musik zwischen den Noten spielt

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In den Ferien in meiner Heimat, inmitten der stillen Berglandschaft, durfte ich etwas Wichtiges wiederentdecken: die Heilkraft der Pause. Aber nicht als bloßes „Nichtstun“, sondern als einen wertvollen Zwischenraum. Und genau daraus kommt die Kraft für neue Taten, Kreativität u.V.m.

Manchmal lassen Termine und To-do-Listen nicht mehr viel Raum zum Nachdenken und Verarbeiten. In Gedanken bin ich oft schon zwei Schritte weiter, also nicht wirklich präsent. Gerade zum Jahresende hin verdichten sich die Termine gerne mal, bis ich geradezu nach Ruhe lechze. Am Ende fühle ich mich erschöpft – geistig und körperlich.

Mehr als nur eine Unterbrechung

Wir neigen dazu, unseren Tag mit Erledigungen durchzutakten. Doch genauso, wie wenn wir unseren „Wohnraum“ bis unters Dach mit „Möbelstücken“ vollpacken, bis kein Licht mehr hineinkommt, so können uns unsere To-Do-Listen erdrücken. Wir nehmen uns kaum noch Zeit zum Durchatmen. In den Bergen habe ich gemerkt: Erst als ich langsam aufhörte, meinen Tag danach zu bewerten, wie viel ich geschafft habe, kehrte eine tiefe Ruhe in mir ein.

Ein Sonnenuntergang war plötzlich nicht mehr nur „Zeit, die vergeht“, sondern – endlich wieder – ein tiefes, beruhigendes Erlebnis. Ich konnte mich wieder einlassen, einfach da sein und aus dem Fenster gucken, ohne Druck, irgendetwas tun zu müssen.

Dabei ist dieser Rhythmus von Pause und hoher Aktivität, von Anspannung und Entspannung, kein Luxus, sondern ein Naturprinzip.

  • In der Musik ist der Rhythmus eines Songs bestimmt vom „Raum“ zwischen den Tönen. Pausen sind strukturgebende Elemente.
  • Im Sport wissen wir, dass die eigentliche Leistungssteigerung – die Superkompensation – in der Erholungsphase passiert, nicht während der Belastung.
  • Sogar unsere Gene machen beim Kopieren der DNA Pausen, um Fehler zu korrigieren.

Werde zum Komponisten deines Alltags!

Nach ein paar Tagen wirklicher Ruhe kam meine kreative Energie ganz von alleine zurück. Das ist das Geheimnis: Die Pause ist kein Loch, sondern der Raum, in dem Reize verarbeitet und integriert werden.

Ich lade dich ein, die Übergänge zwischen verschiedenen Tätigkeiten in deinem Alltag bewusst wahrzunehmen. Beende eine Sache ganz bewusst, bevor du die nächste beginnst. Wenn wir lernen, diese Zwischenräume zu gestalten, werden wir von Getriebenen zu Komponist*innen unseres eigenen Lebens.

Wie sieht dein „Wohnraum“ heute aus? Gibt es genug Platz zum Atmen?

In dem Sinne: Ich wünsche dir viele bewusste Momente des Innehaltens in diesem Jahr!✨

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